Tragkonstruktionen

Schule als hybrides System - Systematische Untersuchung zur Entwicklung eines architektonisch-pädagogischen Konzepts für Schulen als hybrides System

Ein Großteil der Schulgebäude in Deutschland stammt aus dem 20., teilweise noch aus dem 19. Jahrhundert, und spiegelt architektonisch die gesellschaftlichen Vorstellungen von Bildung und Erziehung der jeweiligen Zeitepoche. Viele Schulen kommen mit ihrem Raumangebot, ihrer Raumstruktur und Raumgestaltung hinsichtlich der heutigen Anforderungen an ihre Grenzen. 
„Schule als hybrides System“ kann hier mit der Überschneidung von verschiedenartigen Funktionen die derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen wie demografischer Wandel und Migration sowie technologische Trends (z.B. Digitalisierung, künstliche Intelligenz) und neue Mobilitätsstrukturen aufnehmen und innovative Voraussetzungen für den Umgang mit den Anforderungen und Auswirkungen solcher Veränderungsprozesse schaffen.  
Hybride architektonisch-pädagogische Konzepte, in denen Schule und Ganztagsschule als eine Art „Home Base“ begriffen wird, wandeln Schulraum in einen „hybriden Raum“, der verschiedene Nutzergruppen einschließt. Beispielsweise im Gebäude vorhandene Räumlichkeiten für Coworking-Spaces, eine gemeinsame Kantine, Angebote für Gesundheitsförderung und Freizeitgestaltung, Erwachsenenbildung, Raum für Ausstellungen oder Start-ups integrieren die Schule und ihren Bildungsauftrag in das soziokulturelle, soziostrukturelle und soziökonomische Umfeld und öffnen Möglichkeiten für Bildungsnetzwerke mit außerschulischen Akteur*innen aus Gesellschaft, Industrie und Dienstleistung in nächster Umgebung.
Die Konzeptstudie analysiert und bewertet mit gezielten Recherchen, Analysen und modellhaften Vorschlägen die Möglichkeiten, Vor- und Nachteile hybrider Konzepte für Schulen. Es wird untersucht, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen hybride architektonisch-pädagogische Konzepte Integration und Inklusion fördern und Freiraum für neue Bildungserfahrungen und gruppendynamische gesellschaftliche Entwicklungen schaffen können. Die Ergebnisse aus diesem Projekt können Ausgangspunkt für eine neue ganzheitliche architektonische und pädagogische Perspektive auf Schulneubauten und -sanierungen werden.
Das Thema „Schule als hybrides System“ wird in der Studie interdisziplinär von architektonischer (Karlsruher Institut für Technologie) und von pädagogischer Seite (Universität zu Köln) analysiert und entwickelt.


Projektleitung: Dr.-Ing. Mandana Sedighi
Laufzeit: 2019 - 2021
Gefördert durch die Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung(BBSR)

In Kooperation mit der Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Dep. Heilpädagogik und Rehabilitation 

 

*Bild aus Sarinas Welt - Beispiel für die subjektive Heimatkarte eines Schulkinds.
Quelle: Daum, E. (2010): Heimatmachen durch subjektives Kartographieren. Kinder entwerfen Bilder ihrer Welt und setzen sich damit auseinander. In: Grundschulunterricht Sachunterricht, 57, 2010, Heft 2, S. 17-21.